JÄGER DER GEJAGTE
Montag, den 5. Oktober 2009Zwei große Schritte Richtung Meisterschaft kann MS RACING am kommenden Wochenende beim 8. Lauf des diesjährigen Porsche Carrera Cups machen: Denn sowohl Thomas Jäger als auch das Team können in Dijon-Prenois ihre Führung in der Gesamtwertung vor dem Showdown zwei Wochen später in Hockenheim entscheidend ausbauen.
„Wir werden nichts dem Zufall überlassen und sind bereits am Samstag gen Frankreich aufgebrochen“, erläutert Teamchef Harald Böttner. Denn nach Testfahrten in Dijon vor vier Wochen absolvierte das Team aus Lübbecke gestern weitere Probeläufe auf der französischen Rennstrecke, um Fahrzeuge wie Fahrer optimal vorzubereiten.
Sein Hauptaugenmerk wird MS RACING im Burgund auf die Teams von Araxa und Hermes Attempto legen müssen, die mit nur 10 bzw. 12 Punkten Rückstand in aussichtsreicher Lauerstellung liegen. Harald Böttner hat für Dijon allerdings ein As im Ärmel: Für den nach wie vor verletzten Florian Scholze sitzt der Franzose Renaud Derlot am Steuer, vierfacher Saisonsieger und gesamt Führender in der französischen Meisterschaft. Böttner: „Renaud hat in Dijon in dieser Saison bereits gewonnen. Er kennt jeden Grashalm in Dijon und wird uns sicherlich weiterhelfen.“
In der Fahrerwertung läuft derzeit alles auf einen Zweikampf zwischen Thomas Jäger und dem Holländer Jeroen Bleekemolen (Araxa) hinaus, der ebenfalls nur elf Zähler Rückstand aufweist. „Es ist natürlich kurios, dass in diesem Fall aus dem Jäger der Gejagte wird“, schmunzelt der Münchner, der natürlich um seinen taktischen Vorteil weiß: „Jeroen wird in Dijon angreifen, um die ganze Sache vor Hockenheim noch richtig spannend zu machen. Ich muss mich hingegen nicht unbedingt in harte Positionskämpfe, wie sie teilweise in Barcelona geführt wurden, verwickeln lassen. Hauptsache ankommen und sicher punkten.“ Nicht mehr eingreifen in den Meisterschaftskampf kann hingegen Jan Seyffahrt vom Team tolimit/Seyffahrt. Nach seinem schweren Unfall in Barcelona ist der Gesamt-Dritte noch nicht wieder so weit genesen, dass er Rennen bestreiten könnte. Jäger: „Es ist bedauerlich, dass Jan ausgerechnet jetzt zuschauen muss. Denn er ist eine tolle Saison gefahren. Aber am Ende sind wir alle heilfroh, dass er diesen bösen Crash so glimpflich überstanden hat.“
Auf mehr Glück als in Barcelona hofft Teamchef Harald Böttner für Florian Stoll. Die Formkurve des 28jährigen zeigt seit Wochen beständig nach oben, in Barcelona verbuchte er sogar die schnellste Rundenzeit im MS RACING-Team. Böttner: „Es war wahnsinnig schade, dass Florian auf dem Circuit de Catalunya in den Kies geschoben wurde und obendrein noch einen Reifenschaden hatte. Doch jede Pechsträhne hat ein Ende - auch die von Florian. Er wird in Dijon für uns eine ganz wichtige Rolle spielen.“ Florian Stoll selbst ist ebenfalls guter Dinge: „Dijon-Prenois ist eine meiner Lieblingsstrecken, hier fühle ich mich richtig wohl. Wenn nicht wieder etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt, kann ich vorne mitfahren.“
